fruehegeschichte


Bernhard von Sponheim

Stammbaum

Berücksichtigt werden die zwei Generationen, aus denen wichtige Personen für das Stift Viktring hervorgegangen sind (Bernhard von Sponheim und Heinrich, Abt von Weiler – Bettnach, aus dessen Kloster Bernhard von Clairvaux, erster Abt des Stifts Viktring, berufen wurde.

Engelbert I.

 

Stifter des Benediktinerklosters

St.Paul

 

Graf im Kraichgau (1057)

 

Graf im Pustertal

(1070 – 1091)

 

Graf von Spanheim

(1077)

 

Vogt von Salzburg

(1085)

 

Gestorben: 1096

 

Hadwig „von Mossa“

 

Gestorben: 1100

 

 

Engelbert II.

 

Herzog von Kärnten (1124 – 1134)

 

Markgraf von Istrien

(1107)

 

Gestorben: 1141

 

Uta

 

Erbtochter des Grafen von Passau

 

Gestorben: 1142

 

Richgard

 

Gestorben: 1125

Ulrich I.

 

Herzog von Kärnten

(1134 – 1144)

 

Gestorben: 1144

 

 

Hartwig

 

Bischof von Regensburg

 

Gestorben: 1126

 

Engelbert III.

 

Markgraf von Istrien

(1124)

 

Markgraf von Tuszien

(1135 – 1137)

 

Gestorben: 1173

 

 

Siegfried

 

Graf von Arch

 

Gestorben: 1130

Heinrich

 

Abt von Weiler – Bettnach

 

Bischof von Troyes

 

Gestorben: 1169

 

 

Bernhard

 

Stifter des Klosters Viktring

 

Gestorben: 1147

Mathilde

 

Gestorben: 1161

 

 

Heinrich

 

Herzog von Kärnten

(1123)

 

Gestorben: 1123

Rapoto

 

Graf von Ortenburg

 

Gestorben: 1186

 

 

 

Hartwig

 

Bischof von Regensburg

 

Gestorben: 1164

 

 

Das Leben des Grafen Bernhard von Sponheim

 

Jede Generation der Kärntner Sponheimer sah mehrere Mitglieder des Geschlechtes in Amt und Würden. Wie aus dem Stammbaum bereits zu erkennen, stellten sie Markgrafen, Bischöfe und Herzöge. Einige von ihnen verzichteten die letzten Jahre ihres Lebens auf ihr Amt, um sich ins Klosterleben zurückzuziehen.

Außerdem stifteten sie gerne Klöster – unter anderem die größten Ordensniederlassungen Kärntens, das Benediktinerstift St. Paul und das Zisterzienserstift Viktring.
 

Über Bernhards Leben, sowie seine Geburt ist wenig überliefert. Bekannt ist, dass er eine Zeitlang Vogt des Klosters St. Paul war und sich Graf von Trixen nannte. Ihm gehörten große Gebiete hinter dem Drauwald (in der Gegend von Marburg), sowie Eigengüter in Unterkärnten. Ihm unterstanden bedeutende Familien wie die Trixener, die Liebenberger und die Hollenburger. Seine Gemahlin Kunigunde und er hatten keine Nachkommen.
 

Bernhard starb im Zuge des zweiten Kreuzzuges. Vor seiner Abreise übergab er am 20.04.1147 Völkermarkt in den Besitz des Lavanttaler Klosters St. Paul, brachte seine Gemahlin ins Ennstalkloster Admont und regelte ihre Witwenversorgung für den Fall seines Todes. Auf dem Weg erwirkte er am 16.11.1147 einen königlichen Schutzbrief für das Stift Viktring.
 

Während des Kreuzzuges befehligte er jenen Teil des Heeres, der gegen die Türken zog und kam am 16.11.1147 bei einem Gemetzel um. Seine Gemahlin folgte ihm ein Jahr später in den Tod.


Bernhard von Clairvaux
 

- * 20. August 1090 in Fontaine-lès-Dijon, dem heutigen Stadtteil von Dijon in Frankreich: katholischer Gedenktag


- Name bedeutet: der Bärenstarke (althochdt.)


- † 20. August 1153 in Clairvaux - im heutigen Longchamp-sur-Aujon - in Frankreich


- Vater Tescelin le Saur in Diensten des Herzogs von Burgund; Mutter Aleth


- Schule: Kloster St-Vorles in Châtillon-sur-Seine

Über sein Leben


Bernhard von Clairvaux war ein bedeutender Mann für die katholische Kirche.

Er rettete 1113 das Reformkloster Citeaux, das unter den strengen Regeln der Zisterzienser zugrunde zu gehen drohte, gründete insgesamt 68 Klöster, war bedeutend für 343 neue Gründungen, die bis zu seinem Tod gezählt wurden und führte 164 Abteien.


1115 wurde er durch Bischof Wilhelm von Champeaux in Châlons-sur-Marne - dem heutigen heute Châlons-en-Champagne – zum Priester geweiht.
 

1118 wurde er zum Leiter des Zisterzienserordens ernannt und restaurierte die Ordensregeln, weshalb er als zweiter Gründer des Ordens gilt.
 

1135 bestimmte er Himmerod im Salmtal zum 14. Zisterzienserkloster, dem ersten deutschen Kloster und dem ersten, das direkt von ihm gegründet wurde.
 

Bernhard von Clairveaux hatte eine große persönliche Ausstrahlung und war für seine eindrücklichen Predigten bekannt. So war er zunächst in der Lage, so viele Novizen anzuheuern, dass ständig eine neue Klostergründung nötig war. Später war er verantwortlich für die zahlreichen Mitstreiter bei den Kreuzzügen und klärte Zwistigkeiten zwischen verschiedenen Orden, sowie die Frage des Übertritts von einem in einen anderen.

Architektur, Bedeutung für das Stift Viktring


Bernhard gilt als Marienverehrer und wird oft dargestellt mit Maria, die Jesus die Brust gibt oder der Madonna, die ihm mit Engeln erscheint


Alle Zisterzienserkirchen sind der Gottesmutter geweiht


Fontenay ist die bekannteste Verkörperung seines Baustiles, nach dem auch die Kirche Viktring gebaut ist.
 

Baustil:
 

7 Rundbogenfenster: Zahl der christlichen Tradition
 

Oben 3, unten 4 Fenster: 3 Zahl der göttlichen Dreifaltigkeit, 4 Zahl des Weltlichen (z.B. 4 Elemente)
 

Einfacher, strenger, klarer Aufbau:

- verboten:

Türme, (nur Dachreiter und Glocken)

figürlicher Kapitellschmuck

skulptierte Portale

Ornamentik

buntfarbige Fensterverglasung (Gegensatz zur damaligen romanischen Baukunst, Vertreter des gotischen Stils)
 

Weiß ist einzige zulässige Farbe im Inneren, sonst Stein oder Putz, auch Gewänder der Zisterzienser farblos


Schlafsaal der Mönche (Dormitorium) über dem Kapitellsaal, unbeheizt, schwach beleuchtet, schliefen auf Strohsäcken unter Wolldecke, kaum Trennung voneinander (nur Mittelgang), im Hellen
 

Bernhardkapelle im Stift Viktring mit Marmoraltar und Deckenfresken

Abt Johann(es) II.
 

- Gestorben: 1345


- Erster namhafter Geschichtsschreiber Kärntens


- Abt des Stifts Viktring zwischen 1312 und 1345


- Mann von geistigem Format, Persönlichkeit der Landeselite

Über sein Leben und Werk


Johann von Viktring, wie er in Fachkreisen genannt wird, war nicht nur Vorstand des Stifts Viktring, sondern hatte als Kaplan des Landesfürsten und Patriarchen von Aliqueia, der für die kirchlichen Angelegenheiten südlich der Drau zuständig war, großen Einfluss.

1335 wurde er, als das Herzogtum Kärnten zu Österreich kam, auch Kaplan der Habsburger. Die Geschichtsforschung vertritt die Meinung, dass Herzog Albrecht ihn zum Verfassen seines Geschichtswerkes anregte.

Die Tuch- und Lodenfabrik

Die Gründergeneration

Die Brüder Christoph und Johann Moro stammten aus Ligosullo am Südhang der Karnischen Alpen. Nach ihrem Umzug nach Klagenfurt betrieben sie ein Stoffgeschäft am Neuen Platz, sowie eine kleine Leintuchweberei und waren auf der Suche nach einer geeigneten größeren Produktionsstätte.

Trotz des Umstandes, dass es bereits eine großeTuchfabrik am Fuße des Kreuzberges gab, die staatlich gefördert wurde, wollten sie eine solche errichten.
 

Christoph Moro heiratete am 24.05.1779 die damals 19jährige Josepha in Wernberg. Christoph war damals 36 Jahre alt.
 

Als im Sommer 1786 das Kloster Viktring geschlossen werden sollte, sahen sie eine Chance, ihre Produktionsstätte zu vergrößern. Zunächst gab es jedoch das Problem, dass aus dem Kloster ein „Ergötzungszentrum“ mit Wirtshaus, Bad, Schießstätte, Tanzsaal, Kegelbahn und Sommerwohnungen für den Adel errichtet werden sollte. Als aus diesem Projekt nichts wurde, konnten sie im November 1788 Teile des ehemaligen Klosters, sowie mehrere Grundstücke bei einer Versteigerung für circa 10.000 Gulden erwerben und errichteten einen zweiten Betrieb.
 

Im darauffolgenden Jahr bekamen sie weitere Teile des Gebäudekomplexes zugesprochen, welche ihnen 1791 jedoch vom Kaiser wieder entzogen wurden mit der Begründung, dass nie eine Übergabe, noch eine Abschlagszahlung erfolgt sei.

1796 pachteten sie schließlich den gesamten ehemaligen Klosterkomplex. In der Zwischenzeit hatte die Tuchfabrik einen derartigen Aufschwung erlebt, dass die Belegschaft in die Hunderte gegangen war.
 

Am 18.04.1817 verstarb Josepha im Alter von 57 Jahren. Johann Moro folgte ihr 1816. Christoph von Moro wurde 1819 in den Ritterstand erhoben und starb am 10.04.1823 im Alter von 80 Jahren in Klagenfurt.
 

Die Tuchfabrik der Moros war für die Produktion von besonders feinem Tuch für scharlachrote und weiße Offizierstücher bekannt und bekam dafür hohe Orden und besondere Anerkennung der Oberschicht.
 

 

Die zweite Generation


Nach dem Tod der Gründer, übernahm Franz Ritter von Moro, der 1782 geboren war, den Familienbetrieb. Er war zwar nicht der älteste von den sechs überlebenden Söhnen Josephas, bekundete aber das größte Interesse an der Fabrik und wurde deshalb zum Erben erklärt. Sein Bruder Anton wurde Fabrikbesitzer an der Walk, Andreas, Joseph, Thomas und Eduard stille Teilhaber in Viktring.


Unter seiner Leitung wurde die Feintuchfabrik eine der führenden in Europa. Außerdem trieb diese Generation die Landwirtschaft vorwärts: die Meierei von Franz Ritter von Moro stand Versuchspflanzungen zur Verfügung.

1830 begann er mit dem probeweisen Anbau von Runkelrüben und errichtete kurzzeitig eine Zuckerfabrik, die Schlossgärten wurden zu prachtvollen Grünanlagen und der Klosterhof 1847 zum englischen Park.

Im Vordergrund stand dabei der Anbau verschiedener Obstkulturen. Insgesamt baute die Familie Moro auf ihren Gründen ungefähr 400 Obstbäume der edelsten Sorte an. Sie hatten einen eigenen Herrschaftsgärtner angestellt, der sich bis 1890 um ihre Bäume kümmerte. Franz starb am 24.12.1866 im Alter von 84 Jahren.
 

Sein 1787 geborener Bruder Thomas Ritter von Moro leitete die Tuchfabrik mit und war Agrarökonom, interessierte sich also vor allem für Landwirtschaft und war jahrelang der Präsident der Landwirtschafts-Gesellschaft. Er starb 1871.


Eduard Ritter von Moro, der 1790 in Viktring geboren war, entdeckte und entfaltete schnell sein malerisches Talent. Er führte die Malerei in die landschaftsbetonte Idylle des Biedermeier. Er starb 1899.
 

Der Untergang der Fabrik


Die Umsätze begannen 1910 zurückzugehen, mit der Mobilmachung 1914 kam die Erzeugung fast zum Erliegen und die Kriegsjahre ab 1916 sollten zum endgültigen Untergang der Fabrik führen, die kein Heereslieferant war. Die Kunden jener Länder, die nun nicht mehr zu Österreich gehörten, blieben die gelieferte Ware schuldig.


Die Fabrikherren waren nicht mehr in der Lage, den Betrieb zu leiten. Max Ritter von Moro wurde schwerhörig und vergesslich, Sophie und Johanna reisten viel und kümmerten sich während ihrer Anwesenheit in Viktring um die Künstlergäste.

Zudem litt Sophie seit 1881 an einer Augenkrankheit, die sich verschlimmerte.
Ludwig Willroider, ein guter Freund Sophies, wurde zum technischen Direktor ernannt, ein Verwandter der Moros, Josef Emil von Aichelburg, zum Buchhalter.

Letzterer besaß bereits eine Farbenfabrik in Welzenegg und wollte die Fabrik in seinen Besitz bekommen. Da ihm außer Max Ritter von Moro, die gesamte Familie vertraute, gelang ihm dies rasch. Er legte die Betriebe von Köttmannsdorf, Stein-Neudorf und Viktring zusammen und hielt sich die Töchter mit monatlichen Abfindungen vom Leibe.


1913 ging der halbe Anteil von Sophies Erbe in den Besitz von Aichelburg über.

1925 starb Johanna und ihre Adoptivtochter Adelina wurde ausbezahlt. Auf diese Art gelang es Josef Emil von Aichelburg zum Alleininhaber in Viktring zu werden. Nach der Abschaffung der Adelstitel führte er den Doppelnamen Aichelburg-Zossenegg ein.
 

Bis zum zweiten Weltkrieg erlebte die Fabrik Höhen und Tiefen. Teilweise musste die Erzeugung gedrosselt werden, erlebte aber durch Aufträge durch die Wiener Tramway-Gesellschaft, sowie den ersten Weltkrieg wieder Aufschwung.
 

Ab 1939 sollte die Fabrik erneut für das Heer produzieren. Der Fabrikherr lehnte es wiederholt ab, als Lieferant der Deutschen Wehrmacht, der NSDAP beizutreten. Auch einen, von der Partei beauftragten Betriebsführer lehnte er ab. Er hatte sich bereits durch Schenkungsverträge an die Töchter Irmingard und Marlies seines Vermögens entledigt, blieb aber dennoch Geschäftsführer in Viktring, wo es zwei Produktionsschienen gab: die eine für die Front, die andere für die zivile Bevölkerung.

Um nach dem Krieg einen Vorrat an hochwertiger Schafswolle zu haben, ließ Aichelburg-Zossenegg heimlich welche im Stiftsgebäude einmauern. Als er 1941 aufgrund eines schweren Verkehrsunfalls in der Slowakei längere Zeit von Viktring abwesend war, verriet ihn ein Angestellter, der Parteimitglied war.
 

Der Fabrikführer wurde unter Hausarrest gestellt und wurde vor die Wahl gestellt, ob sein Vermögen konfisziert werden sollte oder er sich umbrachte. Er entschied sich für Letzteres.

Die Belegschaft hielt sich nicht an das Verbot, an seinem Begräbnis teilzunehmen, die Töchter wurden unter Bewachung auf den Friedhof begleitet und mussten anschließend zurück ins Klagenfurter Polizeigefangenenhaus, von wo sie nach sechs Wochen wieder entlassen wurden.
 

Die Produktion musste eingestellt werden. Die Firma erholte sich nach der Freigabe 1946 nicht mehr und wurde 1956 verkauft.

Auch die neuen Inhaber, die eine neue Fabrik bauten und Auslandsgeschäfte anbahnten, hatten keinen Erfolg und mussten 1967 Konkurs anmelden.

Das Stift wurde für 7,1 Millionen Schilling an die Republik Österreich verkauft und birgt heute eine Schule.

Quellenangaben:


Bernhard von Clairvaux

 

Fontenay

 

Stift Viktring, Infos

 

Kreuzer, Anton : Kärntner: biographische Skizzen. 11. - 20. Jahrhundert. Klagenfurt : Kärntner Druck- und Verlagsges.m.b.H., 2002., S.11, 12, 31, 32


Kreuzer, Anton: Kärntner: Biographische Skizzen. 18.-20.Jahrhundert. Klagenfurt: Kärntner Druck- und Verlagsges.m.b.H., 1996, S.28, 29


Kreuzer, Anton: Kärntner Porträts. 100 Lebensbilder aus 12 Jahrhunderten. Klagenfurt: Kärntner Druck- und Verlagsges.m.b.H., 1996, S.19,20, 29-31, 124, 125, 126

Eigene Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!